Abstandsverstoß / Verstoß gegen das Abstandsgebot / Probezeit

1. Abstandsverstoß / Verstoß gegen das Abstandsgebot 
1.1. Bußgeldrechner 
2. Die Einhaltung des Mindestabstandes
3. Sicherheitsabstand außerhalb geschlossener Ortschaften
4. Sicherheitsabstand innerhalb geschlossener Ortschaften
5. Mindestabstand von Lkw
6. Mindestabstand zu Radfahrern
7. Sicherheitsabstand in der Probezeit
8. Grundloses Bremsen
9. Einspruch gegen den Bußgeldbescheid

1. Abstandsverstoß / Verstoß gegen das Abstandsgebot  

Der Bußgeldkatalog Abstand 2014, der die Bußgelder bei  Unterschreitung des Abstand und Bremsen festlegt.

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Ohne zwingenden Grund stark gebremst mit Gefährdung

€ 20,00

   

Ohne zwingenden Grund stark gebremst mit Sachbeschädigung

€ 30,00

   

Sicherheitsabstand unterschritten bei einem Tempo bis 80 km/h

€ 25,00

   

Tempo bis 80 km/h mit Gefährdung

€ 30,00

   

Sicherheitsabstand unterschritten bei einem Tempo bis 80 km/h mit Sachbeschädigung

€ 35,00

   

Unterschreiten des Sicherheitsabstands bei einer Geschwindigkeit von mehr als 80 km/h und nicht weniger als 1/4 des Tachos als Abstand in Metern

€ 35,00

   

Sicherheitsabstand unterschritten bei mehr als Tempo 80 und der Abstand betrug weniger als 5/10 des Wertes »halber Tacho«

€ 75,00

1

 

weniger als 4/10

€ 100,00

1

 

weniger als 3/10 (Fahrverbot bei mehr als 100 km/h)

€ 160,00

2

1 Monat

weniger als 2/10 (Fahrverbot bei mehr als 100 km/h)

€ 240,00

2

2 Monate

weniger als 1/10 (Fahrverbot bei mehr als 100 km/h)

€ 320,00

2

3 Monate

Bei mehr als Tempo 130 war der Abstand weniger als 5/10 des Wertes »halber Tacho«

€ 100,00

1

 

weniger als 4/10

€ 180,00

1

 

weniger als 3/10

€ 240,00

2

1 Monat

weniger als 2/10

€ 320,00

2

2 Monate

weniger als 1/10

€ 400,00

2

3 Monate

 

1.1. Bußgeldrechner (hier anklicken)

 

2. Die Einhaltung des Mindestabstandes

Die Unterschätzung der Bedeutung des Sicherheitsabstandes bzw. die Unterschreitung des Sicherheitsabstandes führt häufig zu Auffahrunfällen, wenn das vorausfahrende Fahrzeug seine Geschwindigkeit plötzlich abbremst. Bei unzureichendem Sicherheitsabstand ist dann aufgrund von Ablenkung, Unaufmerksamkeit, Sekundenschlaf oder Schrecksekunde der Bremsweg zu lang.

3. Sicherheitsabstand außerhalb geschlossener Ortschaften

Der einzuhaltende Sicherheitsabstand richtet sich zunächst nach der jeweils gefahrenen Geschwindigkeit. Als Faustregel gilt die Hälfte der gefahrenen Geschwindigkeit in Metern (50 km/h geteilt durch 2 = 25 m einzuhaltender Abstand). Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h wären folglich 50 Meter der einzuhaltende Sicherheitsabstand. Als Anhaltspunkt können die Leitpfosten an den Autobahnen dienen. Bei schlechten Wetterverhältnissen oder beeinträchtigter Sicht ist der einzuhaltende Sicherheitsabstand zum nächsten Fahrzeug zu verdoppeln.

Die Höhe des Bußgeldes richtet sich nach der Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug und dem absoluten Wert der gefahrenen Geschwindigkeit. Bei mehr als 100 km/h kann das Bußgeld bis zu 320,00 Euro und bei mehr als 130 km/h und sehr niedriger Entfernung zum vorausfahrenden Fahrzeug kann das Bußgeld bis auf 400,00 Euro ansteigen.

4. Sicherheitsabstand innerhalb geschlossener Ortschaften

Innerhalb geschlossener Ortschaften ist ein zu geringer Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug eine häufigsten Ursache für Unfälle, da es wegen der Verkehrsdichte und Ampeln häufig unvermittelt zu starken Bremsmanövern kommt. Der vorgeschriebene Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug beträgt hier die Strecke, die in einer Sekunde gefahren wird. Das wären bei 50 km/h also 15 Meter.

5. Mindestabstand von Lkw

Der Bremsweg von Lkw ist aufgrund des höheren Gewichts länger als bei Pkws.

Der Mindestabstand von Fahrzeugen mit über 3,5 Tonnen Gewicht zum vorausfahrenden Fahrzeug muss daher auch beim Überholen bei 50 km/h mindestens 50 Meter betragen. Bei Verletzung dieses Sicherheitsabstands droht ein Bußgeld und Punkte in Flensburg.

Der Sicherheitsabstand ist bei schlechter Sicht, Nässe, Schneeglätte und mit zunehemenden Gewicht der Beladung zu vergrößern, da sich der Bremsweg erheblich verlängert.

6. Mindestabstand zu Radfahrern

Überholt ein Autofahrer einen Radfahrer können unvorhergesehene Schlenker im Lenkverhalten, Stürze oder andere Handlungen des Radfahrers leicht zu einem Unfall führen. Der seitliche Abstand sollte daher mindestens anderthalb bis zwei Meter betragen. Bei schlechten Wetter- oder Straßenverhältnissen ist dieser Sicherheitsabstand entsprechend zu erhöhen.

7. Sicherheitsabstand in der Probezeit

Inhaber des Führerscheins in der Probezeit sollten besonders auf die Einhaltung eines ausreichenden Sicherheitsabstandes insbesondere bei über 80 km/h achten, da die Verletzung des Sicherheitsabstands  als Verstoß der Kategorie A u.a. auch mit der Verlängerung der Probezeit und ein Aufbauseminar geahndet wird.

8. Grundloses Bremsen

Auch das Bremsen ohne triftigen Grund kann geahndet werden, insbesondere dann, wenn durch grundloses Bremsen ein Auffahrunfall verursacht wurde. Ein zwingender Grund zu bremsen ist dann gegeben, wenn die Gesundheit einer Person oder besondere Sachwerte in Gefahr sind. Dabei muss sichergestellt werden, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht durch die Handlung gefährdet werden. Dies kann bedeuten, dass etwa auf der Straße befindliche Kleintiere keine Vollbremsung rechtfertigen, sondern zur Vermeidung höherer Schäden an der Gesundheit und Sachwerten der folgenden Verkehrsteilnehmer zu überfahren sind.

9. Einspruch gegen den Bußgeldbescheid

Nach Prüfung des Einzelfalls kann es angezeigt sein, gegen ein Bußgeldbescheid Einspruch zu erheben. Zu diesen Zweck kann es notwendig sein, rein vorsorglich zu Wahrung der eigenen Rechts angesichts der Rechtsbehelfsfrist von 2 Wochen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einzulegen, der dann nach Prüfung und Akteneinsicht gegebenenfalls weiter verfolgt oder zurück genommen werden kann.

Bei einem Auffahrunfall geht man in der Regel davon aus, dass der Auffahrende Schuld trägt. Wenn jedoch nachgewiesen werden kann, dass sich das Fahrzeug beispielsweise in die Lücke zwischen zwei Fahrzeuge während des Bremsvorganges gedrängelt hat, zurückgesetzt hat oder grundlos gebremst hat, hat sich der Führer des vorausfahrenden Fahrzeugs strafbar gemacht.

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